Veröffentlicht: 28. Januar 2026|Kategorien: Mobilität|4 min read|

Reisen mit Prothese

Reisen bietet die Chance neue Orte zu erkunden, in fremde Kulturen einzutauchen und unvergessliche Erinnerungen zu sammeln. Für Prothesenträger*innen kann Reisen jedoch Herausforderungen mit sich bringen. Deshalb ist eine sorgfältige Planung und Vorbereitung wichtig, um den Urlaub so angenehm und stressfrei wie möglich zu gestalten.

Planung des Reiseziels

Vorbereitungen vor Reiseantritt

Damit die Reise gut beginnen kann, sollten vor Reiseantritt die bestmöglichen Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehört auch ein gut versorgter Stumpf, der ein beschwerdefreies Gehen ermöglicht. Deshalb ist eine frühzeitige Kontrolle des Stumpfes entscheidend.

Gibt es hier Veränderungen der Form, des Volumens oder Druckstellen? Sitzen Liner oder Kniekappe noch optimal und haben sie Risse oder Löcher? Die Pflege des Stumpfs ist auch vor der Urlaubsreise besonders wichtig, um möglichen Problemen wegen des ungewohnten Wetters oder der Luftfeuchtigkeit vorzubeugen.

Neben der selbstständigen Kontrolle des Stumpfs kann ein Check-up bei Orthopädietechniker*innen sinnvoll sein. Bei diesen kann man sich ebenfalls einen Prothesenpass ausstellen lassen. Weitere Bescheinigungen für Medikamente und medizinische Hilfsmittel kann man bei Hausärzt*innen erhalten.

Flugreisen als Prothesenträger*in

Bei Flugreisen sollte die Fluggesellschaft darüber informiert werden, dass man Prothesen trägt und ggf. ein Mobilitätsservice gebucht werden. Für mehr Beinfreiheit sollte man einen Gangplatz reservieren.

Möchte man eine weitere Prothese, wie z.B. eine Badeprothese mitnehmen, kann diese als Sperrgepäck transportiert werden. Gehstützen können zudem als medizinisches Sondergepäck aufgegeben werden. Dies sollte vorab immer bei der jeweiligen Fluggesellschaft nachgefragt werden.

Für die Sicherheitskontrolle sollte man seinen Prothesenpass dabeihaben, um sich als Prothesenträger*in auszuweisen. Da der Metalldetektor wegen der Prothese ausschlägt, wird ein Sprengstofftest durchgeführt. Lockere Kleidung kann den Sicherheitscheck sowie das spätere Anpassen der Prothese im Flugzeug erleichtern. Denn durch den Druckverlust im Flugzeug kann es zu Volumenschwankungen am Stumpf kommen.

Langes Sitzen mit Prothese kann unbequem sein. Für mehr Komfort während des Flugs lohnt es sich ein Sitzkissen mitzunehmen. Die Prothese selbst sollte nur gelockert und nicht vollständig abgenommen werden, da das Anziehen kurz vor der Landung schwierig werden könnte. Deshalb lohnt es sich beispielsweise einen Kompressionsstrumpf, Liner oder Polstermaterial im Handgepäck zu haben.

Umgang mit Volumenschwankungen

Mit Badeprothese sicher ins kühle Nass

Checkliste

  • Kontaktdaten des Sanitätshauses sowie Versorgungszentren im Urlaubsland

  • Ladegerät, ggf. Adapter für Steckdosen, Powerbank im Handgepäck sowie das rechtzeitige Aufladen der Prothese vor Urlaubsantritt

  • Pflegeprodukte, Anzieh- und Reinigungsspray, Desinfektionsmittel, Hydrokolloid-Pflaster, antibakterielle Seife

  • Melkfett oder Wundschutzcreme zur Vermeidung von Scheuerstellen während des langen Sitzens

  • Ersatzteile und Zubehör wie Ventile, Liner, Kniekappe