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Veröffentlicht: 10. September 2026|Kategorien: Anwenderinfos|6 min read|

Nach der Amputation – so können Angehörige unterstützen

Eine Amputation stellt einen Wendepunkt im Leben eines Menschen dar und bringt sowohl körperliche als auch psychische Herausforderungen mit sich. Die Unterstützung durch Angehörige wie Familie, Partner und Freunde spielt in dieser Zeit eine wichtige Rolle. Dabei sind Empathie, Verständnis und Geduld genauso relevant wie praktische Hilfe im Alltag.

Emotionale Herausforderungen nach einer Amputation

Eine Amputation kann unterschiedliche Gefühle auslösen, beispielsweise:

Wie Angehörige nach einer Amputation unterstützen können

Psychologische Unterstützung für Amputierte und ihre Angehörigen

Angehörige von Anfang an in den Prozess integrieren

Nahe Angehörige sollten bereits zu Beginn in wichtige Gespräche mit einbezogen werden. Dazu gehören z. B. Arztgespräche rund um den prothetischen Rehabilitationsprozess, die Prothesenversorgung sowie Informationen darüber, wie sich das Körperbild verändert und dass Trauerphasen durch die Amputation auftreten können.

Daneben empfiehlt es sich, an Peer-Gesprächen teilzunehmen. Bei diesen besuchen erfahrene Prothesenträger*innen den kürzlich Amputierten in der Klinik. Während das erste Kennenlernen zwischen Peer und Amputierten stattfindet, kann es sinnvoll sein, dass Angehörige bei den anschließenden Gesprächen mit dabei sind.

Während des Reha-Aufenthalts kann mit den Angehörigen geklärt werden, wie der Wohnraum möglichst barrierefrei gestaltet wird. Dabei sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Zugang zur Wohnung

  • Anzahl von Treppenstufen

  • Türbreiten

  • Raumgrößen

  • Stolperfallen wie Türschwellen oder Absätze

  • Badezimmer- und Küchenausstattung

Daneben können Angehörige Einblicke in die Alltagsgewohnheiten, Bedürfnisse und Herausforderungen der Amputierten geben. Das unterstützt dabei den Trainingsbedarf für tägliche Aktivitäten einzuschätzen und die passenden Hilfsmittel auszuwählen.

Viele Amputierte und deren Angehörige können wegen der Rückkehr nach Hause und des weiteren Vorgehens verunsichert sein. Daher ist es ratsam, bei Unsicherheiten immer Fragen zu stellen, z. B. zu Hilfsmitteln und Anträgen. Bei der Haushaltsausstattung können Orthopädietechniker*innen beraten. Auch die frühzeitige Kontaktaufnahme mit dem Sozialdienst, am besten schon im Krankenhaus, kann dafür sorgen, Prozesse zu beschleunigen.

Mit Kindern über eine Amputation sprechen

Kindern sollte die Amputation klar und einfach erklärt werden. Dabei können Bücher und Geschichten helfen, weil sie zeigen, dass Menschen mit einer Prothese vieles schaffen können und diese ihnen im Alltag hilft.

Ihnen kann z. B. erklärt werden, dass manche Menschen ohne Arm oder Bein geboren wurden, während andere ein Körperteil durch einen Unfall oder eine Krankheit verlieren. Auch so können sie ein aktives Leben haben – oft mithilfe einer Prothese. Gemeinsame Unternehmungen können dabei den Zusammenhalt stärken.

Kinder stellen häufig Fragen, z. B. zu Schmerzen, die ehrlich beantwortet werden sollten. Wenn offen über körperliche Einschränkungen gesprochen wird, gehen Kinder und Jugendliche häufig leichter mit der Situation um. Fragen zuzulassen kann dazu beitragen, Unsicherheiten und Berührungsängste abzubauen. Zweifel und Sorgen dürfen offen angesprochen werden, denn ehrliche Kommunikation ist wichtig, um Vertrauen aufzubauen.

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